Digital Humanities in Geschichte, Theologie und Kirche

Die Bedeutung der Digital Humanities liegt in meinem Fall darin, Quellentexte meines Faches mit konventionellen und digitalen Methoden zu erforschen. Als ich 2013 mit meiner Dissertation begonnen habe, lag vor mir nur ein Haufen Papierdokumente ohne sinnvolle Ordnung. Die Frage „Wie werde ich das jemals alles überblicken können?“ brachte mich auf die Idee, die Dokumente – nachdem sie systematisch geordnet waren (Briefe, Vorlesungen, Predigten, Rechnungen etc.) – in eine Datenbank einzuarbeiten. Metadatenanalysen führten dann zu wichtigen Informationen über den Nachlasser (Heinrich Bassermann) und brachten mich in das große Feld der Digital Humanities.

Gemeinsam mit meinem Kollegen Christopher Nunn habe ich inzwischen das „Interdisziplinäre Forum Digitaler Textwissenschaften“ an der Universität Heidelberg gegründet, in dem wir uns mit praktischen Problemen von DH-Projekten, Methoden der digitalen Textanalysen und ihrer Theorie beschäftigen sowie interdisziplinäre Kooperationen anstreben. Daher nehmen Theorie und Praxis der Digital Humanities inzwischen einen großen Raum in meiner eigenen Forschung ein. Aktuell beschäftigte ich mich mit einem Projekt zur digitalen Predigtanalyse, das als studentisches Projekt in Kooperation zwischen der Praktischen Theologie und dem Institut für Computerlinguistik durchgeführt wird.