Projekte

Eine wesentliche Aufgabe meiner Dissertation bestand darin, einen Nachlass auszuwerten, der als ein Haufen Papierdokumente vor mir lag ohne sinnvolle Ordnung. Die Frage „Wie werde ich das jemals alles überblicken können?“ brachte mich auf die Idee, die Dokumente – nachdem sie systematisch geordnet waren (Briefe, Vorlesungen, Predigten, Rechnungen etc.) – in eine Datenbank einzuarbeiten. Metadatenanalysen führten dann zu wichtigen Informationen über den Nachlasser (Heinrich Bassermann) und brachten mich in das große Feld der Digital Humanities.

Die Bedeutung der Digital Humanities liegt in meinem Fall darin, Quellentexte meines Faches mit computergestützten Methoden zu erforschen und die Operationalisierbarkeit konventioneller Herangehensweisen zu überprüfen.

Gemeinsam mit meinem Kollegen Christopher Nunn habe ich 2016 das Interdisziplinäre Forum Digitaler Textwissenschaften“ an der Universität Heidelberg gegründet, in dem wir uns mit praktischen Problemen von DH-Projekten, Methoden der digitalen Textanalysen und ihrer Theorie beschäftigen sowie interdisziplinäre Kooperationen anstreben. Daher nehmen Theorie und Praxis der Digital Humanities inzwischen einen großen Raum in meiner eigenen Forschung ein. Aktuell beschäftigte ich mich mit einem Projekt zur digitalen Predigtanalyse, das als studentisches Projekt in Kooperation zwischen der Praktischen Theologie und dem Institut für Computerlinguistik durchgeführt wird.

Als PostDoc konzentriere ich mich nun auf die Weiterentwicklung der Digital Humanities in der Theologie. Bei der Entwicklung und Koordination des TheoLab sind wir damit beschäftigt, digitale Methoden in unserem Fach zu reflektieren, damit zu experimentieren und die weitere Entwicklung der Digital Humanities mit neuen Tools und Methoden zu gestalten.